„Für einen Unternehmensverkauf bin ich noch zu früh dran“ – warum dieser Satz oft ein Irrtum ist
Regelmäßig steckt dahinter kein schlichtes Zögern aus Nachlässigkeit, sondern ein sehr verständliches Gefühl: Das Unternehmen läuft, man selbst fühlt sich fit, der Ruhestand ist eine abstrakte Größe irgendwo am Horizont. Warum also heute schon über etwas nachdenken, das erst in fünf oder zehn Jahren ansteht?
Die ehrliche Antwort lautet: Weil genau dieses „noch viel Zeit“-Gefühl der beste Startpunkt ist, den es gibt. Und weil die Dinge, die ein Unternehmen verkaufsfähiger machen, sich unter Umständen nicht auf Knopfdruck herstellen lassen. Sie brauchen Vorlauf – oft ein Jahr, manchmal deutlich mehr.
In diesem Beitrag zeigen wir, warum das so ist, worauf es bei einer Unternehmensnachfolge tatsächlich ankommt, und wie Sie in wenigen Minuten selbst herausfinden können, wo Sie heute stehen.
Läuft das Unternehmen auch ohne den Inhaber?
Die vielleicht wichtigste Frage überhaupt. In vielen inhabergeführten Unternehmen hängt erstaunlich viel an einer einzigen Person: die wichtigsten Kundenbeziehungen, das entscheidende Fachwissen, die Bauchentscheidungen, die den Laden zusammenhalten. Für den Inhaber ist das oft ein Grund für Stolz. Für einen Käufer ist es ein Risiko. Denn wenn mit dem Verkäufer auch das halbe Unternehmen geht, kauft er eine leere Hülle.
Ein Unternehmen, das auch dann funktioniert, wenn der Chef drei Wochen nicht erreichbar ist, ist schlicht mehr wert – und leichter zu übergeben.
Sind die Zahlen belastbar?
Belastbare, nachvollziehbare Kennzahlen über mehrere Jahre sind die Grundlage jeder Kaufentscheidung. Vage Aussagen, lückenhafte Auswertungen oder eine Buchhaltung, die vor allem im Kopf des Inhabers existiert, wecken Misstrauen – und drücken den Preis. Eine saubere, gut aufbereitete Zahlenbasis dagegen erzählt idealerweise eine klare Erfolgsgeschichte und schafft Vertrauen.
Der Haken: Eine überzeugende Zahlenhistorie lässt sich nicht rückwirkend herstellen. Wer im nächsten Jahr bessere Zahlen vorweisen will, muss dieses Jahr damit anfangen.
Zeigt das Geschäftsmodell in die Zukunft?
Sind Ihre Produkte oder Leistungen auch in fünf Jahren noch wettbewerbsfähig? Woher kommt das Wachstum von morgen? Gibt es eine erkennbare Innovationskraft? Ein Käufer investiert in die Zukunftsfähigkeit – und genau die muss man ihm glaubhaft darlegen können.
Ist das Team tragfähig?
Ein neuer Eigentümer braucht Menschen im Unternehmen, auf die er sich verlassen kann. Eine zweite Führungsebene, dokumentierte Prozesse, klare Verantwortlichkeiten – all das macht eine Übergabe nicht nur möglich, sondern für den Käufer überhaupt erst attraktiv.
Warum die Vorbereitung Zeit braucht
Vielleicht ahnen Sie es schon: Keine dieser Baustellen lässt sich in ein paar Wochen abarbeiten. Ein tragfähiges Team baut man nicht über Nacht auf. Belastbare Zahlen entstehen über mehrere Geschäftsjahre. Eine überzeugende Zukunftsstory muss man erst entwickeln – und dann auch noch belegen.
Deshalb ist die Analyse am Anfang eines Nachfolgeprozesses so wertvoll
Sie zeigt, wo ein Unternehmen bereits gut aufgestellt ist und wo noch Handlungsbedarf besteht. Häufig ergibt sich daraus eine Vorbereitungsphase, in der gezielt an einzelnen Stellschrauben gearbeitet wird – an der Organisation, an der Strategie, an den Kennzahlen. Das steht in keinem Widerspruch zum Verkauf. Im Gegenteil: Es ist die Investition, die sich am Ende im erzielbaren Preis auszahlt.
Wer früh anfängt, gewinnt genau die Zeit, die anderen später schmerzlich fehlt.
Ein ehrlicher Selbstcheck – in wenigen Minuten
Die Theorie ist das eine. Aber wo stehen Sie eigentlich mit Ihrem Unternehmen?
Genau für diese Frage haben wir einen Selbsttest entwickelt. Er umfasst 19 Fragen, die konsequent aus der Perspektive eines späteren Käufers gedacht sind – also genau die Fragen, die Ihnen ein Interessent im Ernstfall ohnehin stellen wird. Nur eben rechtzeitig, in Ruhe und ohne Druck.
Der Test ist anonym und unverbindlich. Sie brauchen keinen Login und keine E-Mail-Adresse anzugeben. Am Ende erhalten Sie eine kurze, ehrliche Auswertung, die Sie für sich behalten oder mit uns besprechen können – ganz wie Sie mögen.
Und keine Sorge: „Zu früh dran“ gibt es bei der Auswertung nicht als Ergebnis. Genau das ist der Punkt.
Fazit: Der beste Zeitpunkt ist früher, als Sie denken
Die Unternehmensnachfolge ist kein Ereignis, das man auf einen Termin legt. Sie ist ein Prozess, der mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme beginnt – idealerweise dann, wenn man das Gefühl hat, noch reichlich Zeit zu haben. Denn genau diese Zeit ist es, die aus einem soliden Unternehmen ein gut verkäufliches macht.
plan37 begleitet Unternehmer bei der Nachfolge – von der ersten Standortbestimmung über die strategische Vorbereitung bis zum erfolgreichen Verkauf. Sprechen Sie uns gerne unverbindlich an.